Cold Brew selber machen: So schmeckt Kaffee nach Sommer
Kaffee, kaltes Wasser und ein bisschen Zeit. Mehr braucht ein guter Cold Brew eigentlich nicht. Klingt simpel – und ist es auch. Trotzdem macht es einen ziemlich großen Unterschied, welchen Kaffee du verwendest, wie grob er gemahlen ist und wie lange du ihn ziehen lässt.
Cold Brew ist für uns deshalb nicht einfach irgendein Sommertrend. Es ist eine der entspanntesten Arten, Kaffee neu kennenzulernen. Fruchtige Noten wirken plötzlich anders, Schokolade kommt weicher durch und aus einem Kaffee, den du sonst nur heiß trinkst, wird auf einmal ein komplett neues Getränk.
Und das Beste daran: Du brauchst weder eine Spezialmaschine noch zehn verschiedene Barista-Tools. Eine French Press reicht vollkommen aus.
was ist cold brew eigentlich?
Cold Brew ist nicht einfach kalt gewordener Kaffee. Der entscheidende Unterschied liegt bereits in der Zubereitung. Während klassischer Filterkaffee oder Espresso mit heißem Wasser gebrüht wird, kommt beim Cold Brew von Anfang an kaltes Wasser zum Einsatz. Kaffee und Wasser bleiben mehrere Stunden in Kontakt, bevor der fertige Cold Brew gefiltert wird.
Das verändert vor allem den Geschmack. Je nach Bohne kann Cold Brew weich, schokoladig, fruchtig oder angenehm kräftig wirken. Aromen, die du aus einer heißen Tasse kennst, können kalt plötzlich ganz anders in den Vordergrund rücken.
Genau deshalb lohnt es sich, beim Kaffee genauer hinzuschauen. Cold Brew macht aus einem beliebigen Kaffee nicht automatisch ein spannendes Sommergetränk. Aber ein Kaffee mit Charakter kann kalt noch einmal eine ganz neue Seite zeigen.
cold brew oder eiskaffee: wo liegt der unterschied?
Ein paar Eiswürfel ins Glas und heißen Kaffee darüberzugießen, kann ziemlich gut schmecken. Cold Brew ist es trotzdem nicht.
Beim Eiskaffee oder Iced Coffee wird der Kaffee zunächst heiß gebrüht und anschließend heruntergekühlt oder direkt auf Eis gegeben. Cold Brew dagegen entsteht komplett ohne heißen Brühvorgang. Das Kaffeepulver zieht mehrere Stunden in kaltem Wasser und wird erst danach gefiltert.
Beide Varianten haben ihre Berechtigung, schmecken aber völlig unterschiedlich. Iced Coffee erinnert deutlich stärker an klassischen Kaffee, nur eben kalt. Cold Brew wirkt oft runder und bringt die einzelnen Geschmacksnoten der Bohne auf eine andere Art ins Glas.
Kurz gesagt: Cold Brew ist keine fancy Bezeichnung für kalten Kaffee. Es ist eine eigene Zubereitungsart.
unser einfaches cold-brew-grundrezept
Wir mögen Rezepte, die funktionieren und die man sich auch beim zweiten Mal noch merken kann. Für unseren Cold Brew brauchst du deshalb nur 40 Gramm grob gemahlenen Kaffee, 600 Milliliter kaltes Wasser und eine French Press oder ein anderes verschließbares Gefäß.
Der Kaffee sollte deutlich gröber gemahlen sein als für klassischen Filterkaffee. Als Orientierung kannst du an grobes Meersalz denken. Ein zu feiner Mahlgrad macht das spätere Filtern unnötig kompliziert und kann dazu führen, dass dein Cold Brew sehr schwer wirkt.
Gib den Kaffee in die French Press und gieße das kalte Wasser dazu. Danach rührst du einmal vorsichtig um, damit das gesamte Kaffeepulver mit Wasser in Kontakt kommt. Mehr musst du an dieser Stelle nicht tun. Kein minutenlanges Rühren, kein besonderes Ritual.
Jetzt kommt der entspannte Teil: Stell die French Press in den Kühlschrank und lass den Kaffee ziehen. Als Ausgangspunkt empfehlen wir 12 bis 16 Stunden. Danach drückst du den Stempel langsam herunter und gießt den Cold Brew ins Glas.
Am besten probierst du ihn zuerst pur. Erst danach entscheidest du, ob noch Eis, Haferdrink, Orange, Tonic oder etwas anderes dazukommt. Der Kaffee darf schließlich erst einmal selbst zeigen, was er kann.
wie lange sollte cold brew ziehen?
Bei der Ziehzeit gibt es nicht die eine magische Zahl, die für jeden Kaffee funktioniert. Manche Bohnen kommen mit einer kürzeren Zeit sehr gut zurecht, andere dürfen etwas länger im Kühlschrank bleiben.
Für den Einstieg sind 12 bis 16 Stunden ein guter Bereich. Danach lohnt sich vor allem eines: probieren. Ist dir der Cold Brew zu leicht, kannst du beim nächsten Mal etwas mehr Kaffee verwenden oder die Ziehzeit leicht verlängern. Wirkt er zu kräftig, gehst du in die andere Richtung.
Bei unseren beiden Projektkoffies aus der Brew & Breeze Box arbeiten wir ebenfalls mit unterschiedlichen Zeiten. Der Honduras Projektkoffie Nr. 5 bringt feine Kakaonoten mit und gefällt uns nach maximal 12 Stunden besonders gut. Für unseren Orange Cold Brew setzen wir 40 Gramm Kaffee mit 600 Millilitern Wasser an und kombinieren ihn später mit frischer Orange.
Der Kolumbien Projektkoffie Nr. 7 darf etwas länger ziehen. Nach 14 bis 16 Stunden kommen seine Noten von Nektarine und Schokolade besonders schön zur Geltung.
Genau das macht Cold Brew für uns so interessant. Es geht nicht darum, jeden Kaffee nach demselben Schema zu behandeln. Die Bohne gibt den Ton an.
welcher kaffee eignet sich für cold brew?
Grundsätzlich kannst du aus sehr vielen Kaffees Cold Brew machen. Trotzdem lohnt es sich, einen Kaffee auszuwählen, der geschmacklich etwas mitbringt. Klare Noten von Schokolade, Kakao, Nektarine oder anderen Früchten können in der kalten Zubereitung besonders spannend wirken.
Dabei sprechen wir natürlich nicht von zugesetzten Aromen. Wenn auf unseren Kaffees Nektarine, Schokolade oder Kakao steht, dann beschreiben wir damit das, was wir im Kaffee schmecken. Herkunft, Aufbereitung und Röstung prägen den Charakter der Bohne und sorgen dafür, dass jeder Kaffee anders schmeckt.
Auch die Röstung spielt für uns eine große Rolle. Sehr dunkel bedeutet nicht automatisch sehr aromatisch. Wir rösten unsere Projektkoffies so, dass der eigene Charakter der Bohne erhalten bleibt. Gerade bei Cold Brew lohnt sich das, weil feine Geschmacksnoten nicht einfach unter kräftigen Röstaromen verschwinden.
Und ja, Frische macht ebenfalls einen Unterschied. Wir sind eine Rösterei – natürlich sagen wir das. Frisch gerösteter Kaffee bringt mehr Aroma mit, und frisch gemahlen ist er noch einmal besser. Wer zu Hause eine Mühle hat, sollte sie deshalb ruhig benutzen.
Auf dem Campingplatz darf die Handmühle allerdings auch mal zu Hause bleiben. Dafür gibt es schließlich vorgemahlenen Kaffee.
das richtige verhältnis von kaffee und wasser
Wer im Internet nach Cold-Brew-Rezepten sucht, landet ziemlich schnell im Verhältnis-Dschungel. Manche Rezepte verwenden sehr wenig Kaffee, andere setzen auf extrem starke Mischungen, die später noch mit Wasser oder Milch verdünnt werden.
Der Unterschied liegt meist darin, ob ein trinkfertiger Cold Brew oder ein Konzentrat zubereitet wird.
Wir mögen es unkompliziert und setzen deshalb auf einen Cold Brew, der direkt ins Glas kann. Unser Ausgangspunkt sind 40 Gramm Kaffee auf 600 Milliliter Wasser. Das ergibt einen leichten, aromatischen Cold Brew, den du pur, auf Eis oder mit einem Schuss Milch oder Haferdrink trinken kannst.
Bei einem Konzentrat wird deutlich mehr Kaffee verwendet. Das Ergebnis ist entsprechend kräftiger und wird später verlängert. Auch das kann spannend sein, ist für den entspannten Cold Brew zu Hause aber oft unnötig kompliziert.
Wir bleiben lieber bei: Kühlschrank auf, Eis ins Glas, Koffie drauf.
die häufigsten fehler bei cold brew
Cold Brew ist unkompliziert, aber ein paar Dinge können das Ergebnis schnell verändern. Schmeckt dein Cold Brew wässrig, liegt es häufig am Verhältnis von Kaffee und Wasser. In diesem Fall hilft es mehr, beim nächsten Ansatz etwas mehr Kaffee zu verwenden, statt den gleichen Ansatz einfach deutlich länger ziehen zu lassen.
Wirkt der Geschmack zu schwer oder sehr kräftig, solltest du zuerst auf Mahlgrad und Ziehzeit schauen. Sehr fein gemahlener Kaffee und lange Kontaktzeiten sind für Cold Brew nicht immer die beste Kombination.
Auch Kaffeesatz im Glas ist meistens ein Mahlgrad-Thema. Für die French Press sollte der Kaffee grob gemahlen sein. Wer es besonders klar mag, kann den fertigen Cold Brew nach dem Pressen zusätzlich durch einen Papierfilter geben.
Und dann wäre da noch der Sirup.
Natürlich kannst du Cold Brew mit Sirup, Milch oder anderen Zutaten kombinieren. Wir würden trotzdem immer empfehlen, zuerst einen Schluck pur zu probieren. Ein guter Kaffee bringt selbst genug Geschmack mit. Danach darfst du immer noch eskalieren.
muss cold brew immer mit eis getrunken werden?
Cold Brew und Eis gehören für viele automatisch zusammen. Verständlich, schließlich schmeckt ein großes Glas mit Eiswürfeln im Sommer ziemlich gut. Trotzdem beschreibt Cold Brew erst einmal nur die Art der Zubereitung.
Du kannst ihn direkt aus dem Kühlschrank trinken, auf Eis geben, mit Milch oder Haferdrink kombinieren oder mit Tonic verlängern. Auch frische Früchte können gut funktionieren, wenn sie zum Charakter des Kaffees passen.
Unsere beiden Projektkoffies aus der Brew & Breeze Box funktionieren außerdem nicht nur kalt. Du kannst sie ganz klassisch in der French Press heiß zubereiten. Genau das macht die Kombination für uns so praktisch.
Morgens heißer Kaffee vor dem Zelt, nachmittags Cold Brew auf Eis. Eine French Press, zwei Kaffees und kein halber Küchenschrank im Gepäck.
unsere liebsten cold-brew-kombinationen
Beim Kombinieren achten wir darauf, dass die Zutaten zum Kaffee passen und nicht einfach alles überdecken. Beim Honduras Projektkoffie Nr. 5 greifen wir zum Beispiel die feinen Kakaonoten auf und kombinieren den Cold Brew mit frischer Orange. Die Frucht bringt Frische ins Glas, ohne den Kaffee komplett in den Hintergrund zu schieben.
Beim Kolumbien Projektkoffie Nr. 7 liegt die Nektarine fast schon auf der Hand. Die fruchtige Seite des Kaffees wird durch frische Nektarine aufgenommen, während die schokoladigen Noten im Hintergrund bleiben.
Wer es cremiger mag, kann Cold Brew mit einem Schuss Haferdrink trinken. Auch Cold Brew Tonic funktioniert wunderbar: Eis ins Glas, Tonic dazu und den Cold Brew langsam darübergeben.
Unser wichtigster Tipp bleibt bei allen Varianten derselbe: Der Kaffee sollte die Hauptperson bleiben. Nicht die Deko am Glas.
warum wir cold brew in der french press machen
Es gibt mittlerweile unzählige Geräte für Cold Brew. Große Glastürme, spezielle Filterflaschen und Cold-Brew-Maker in allen Formen und Größen.
Wir greifen trotzdem immer wieder zur French Press.
Der Grund ist ziemlich einfach: Sie funktioniert. Kaffee rein, Wasser drauf, ziehen lassen, drücken und fertig. Nach dem Sommer verschwindet sie außerdem nicht im hintersten Küchenschrank, weil du mit ihr ganz normal heißen Kaffee zubereiten kannst.
Genau deshalb steckt in unserer Brew & Breeze Box eine Edelstahl-French-Press. Dazu kommen zwei Projektkoffies, die wir ganz bewusst für sommerliche Koffie-Momente ausgesucht haben.
Der Honduras Projektkoffie Nr. 5 bringt feine Kakaonoten mit. Der Kolumbien Projektkoffie Nr. 7 schmeckt nach Nektarine und Schokolade. Beide werden bei uns in Lilienthal frisch geröstet und funktionieren kalt genauso gut wie klassisch heiß.
Damit ist die Box nicht nur etwas für den heimischen Kühlschrank. Sie passt genauso gut ins Ferienhaus, in den Van, auf den Campingplatz oder einfach auf den Balkon.
das wichtigste zum schluss
Cold Brew muss nicht kompliziert sein. Guter Kaffee, ein grober Mahlgrad und das richtige Verhältnis von Kaffee und Wasser sind eine ziemlich gute Basis. Mit 40 Gramm Kaffee auf 600 Milliliter Wasser hast du einen einfachen Ausgangspunkt, von dem aus du deinen eigenen Cold Brew finden kannst.
Danach wird ausprobiert. Vielleicht magst du ihn kräftiger, vielleicht etwas leichter. Vielleicht passt Orange zu deinem Lieblingskaffee oder du bleibst einfach bei Eiswürfeln und sonst nichts.
Genau darum geht es für uns bei Cold Brew. Nicht um starre Regeln, sondern darum, einen Kaffee neu zu entdecken und herauszufinden, wie er dir am besten schmeckt.
Und wenn du nach dem ersten Glas direkt den nächsten Ansatz für morgen vorbereitest, haben wir vermutlich einiges richtig gemacht.